BONOBO'S Newsletter 36
Moin -
Es ist wieder Zeit. Der letzte Newsletter ist nun wirklich bannig alt und war vom 31.01.2007...
!!! Hinweis: Das Telekommunikations-Thekengespräch geht bereits ab sofort in die Sommerpause. Es finden also im Mai und Juni keine Thekengespräche statt !!!
BONOBO'S News:
Freitag, 23.02.07, BONOBO'S goes Medical Check
Die Tresenschlampen sind alle über 25 Jahre alt und gehören aufgrund der schwierigen Arbeitsbedingungen (fortwährendes Rotieren der Berater-Handtasche zur Kundengewinnung) zur Risikogruppe. Auf der einen Seite die nervenaufreibende körperliche Arbeit des St.Pauli-Handtaschen-Wedelns bei den Kunden und auf der anderen Seite die Belastung durch das temporäre Betreiben einer Insider-Geheim-Szene-Lokation. Also wurde ein Medical Check verordnet. In der Fleetklinik in Hamburg trafen sich wesentliche Elemente des Hardcore-Beratungs-und-Tresenteams und wurden von Kopf bis Fuss durchgecheckt. Ergebnis: Keiner stirbt wahrscheinlich in den nächsten drei bis vier Wochen. Frohgemut schritten wir zum Frühschoppen.
Donnerstag, 01.03.07, 45. Telekommunikations-Thekengespräch
Häuptling, Wikinger-Gefolgsleute und auf Beutezügen erraubte Sklaven waren da und liessen in unserer kleinen Walhalla die wikingerischen Gesänge erklingen.
Für BONOBO'S-Insider: Tanya: 3, Tyra: 4, Helen: 8(+1), Alysha 6, Eva: 1. Endlich mal wieder eine Änderung. Und dann auch noch bei der Richtigen!
Dienstag, 06.03.07, BONOBO'S goes Wilde
Es ist ja kein Geheimnis, dass bestimmte Teile des Tresenteams besondere Vorlieben haben. Also wurde in Erinnerung an schöne Zeiten das Konzert von Kim Wilde in der Großen Freiheit besucht. Was soll man sagen: Die verklärten Augen nach dem Konzert sprachen für sich. Sie hat noch immer das, warum Mann sie gut fand. Am richtigen Fleck. Und diese leicht leidende Stimme der nunmehr 47jährigen, gepaart mit ihren wollüstigen Ausstrahlung, verursachte trockene Kehlen. Dem wurde intensiv und nachhaltig abgeholfen.
Freitag, 16.03.07, BONOBO'S goes Richtfest
Eine der wesentlichen Veränderungen dieses Jahres für uns feierte Richtfest an der Ostsee. Wir waren da und nahmen die Huldigungen der Handwerker gerne entgegen. Bei echtem Gulasch wie von Muttern und kräftig-würzigem Oldesloer Doppelkorn wurde auf die Zukunft angestossen. Mehr zu diesen Neuerungen später.
Montag, 19.03.07, BONOBO'S goes CeBIT
Das Team der Tresenschlampen empfing in bekannter Umgebung die geladenen Gäste der Hausmesse der Solutions Factory. Es wurde eine rauschende Ballnacht mit Grünkohl und Mettwurst, Schmalzbroten, Schokomousse usw.. Die proppevolle Lokation erwies sich wieder einmal als der Messe-Geheimtip. Rührende Szenen des Wiedersehens spielten sich ab und so manches vor Wiedersehensfreude weinende Auge musste mit einer gehörigen Ladung Whisky oder Bier geduscht werden. Anekdötchen und Moritaten wurden zum Besten gegeben. Lebenswichtige Fragen wurden in der Kombüse neben der deftigen Hausmannskost (nicht dieser virtuellen Designerhäppchen) geklärt: Weissu noch? Hasse noch? Musse noch? Bis spät in die Nacht ging dieses Fest. Die ganze SoFa-Familie übernachtete in Misburg im Handwerker-Quartier. Unbeschreibliche Szenen spielten sich in den Gemeinschafts-Wasch-und-Toilettenräumen ab. Aber wer was gegen solche Quartiere hat, der wird niemals erleben, dass die Heimmutter einem morgens die Brötchen noch schmiert und mit auf den Weg gibt, damit man nicht verhungert, nur weil man mit den dicken Klüsen den Frühstücksraum nicht gefunden hat. Wir kommen wieder. Nächstes Jahr. So oft brauchen wir das nun auch wieder nicht.
Dienstag, 27.03.07, BONOBO'S goes Pauli vs. Emden
Kiezkicker gegen Ostfriesen. 2:0. Danach der klassische Gang ins Lehmitz und eine lange Nacht in unserer Bar. Nett von den Ursprungs-Ossis uns den Weg in die 2. Liga nicht zu verbauen.
Mittwoch, 04.04.07, BONOBO'S goes Pauli vs. HSV II
Kiezkicker gegen Rautenjünger in St. Ellingen. 0:0. Und das war wie im richtigen Leben: Immer gestürmt, immer den Erfolg auf den Fuß gehabt und dann ein unbefriedigendes Ergebnis.
Donnerstag, 12.04.07: 46. Telekommunikations-Thekengespräch
Die soeben nach Spanien verkauften deutschen Italiener aus Hamburg und weitere Mitglieder der Kommunikationszunft hingen am Tresen beim Rum rum. Unser Marathon-Man brachte wieder sein eigenes Essen mit und alle diskutierten heftig über die Besonderheiten und Vorzüge der transparenten Kommunikation. Was das bedeuten sollte, wusste keiner. Ist ja auch egal, solange sich das Glas immer wieder füllt und keiner sich beim unkontrollierten Gleiten vom Hocker den Hals bricht.
Für BONOBO'S-Insider: Tanya: 3, Tyra: 4, Helen: 8, Alysha 6, Eva: 1. Keine Änderung. Wäre ja uch zu schön gewesen.
AUS DEM LEBEN:
Ein fester Bestandteil unseres Lebens sind und bleiben Lanu und die Sentinels mit ihren exitorientierten Unternehmensmeldungen. Das ist besser als im Strassencafe zu sitzen und über die Passanten zu lästern, weil: Das ist echt! Für alle die das und noch viel mehr wissen wollen: Lanu und ihre Sentinels rocken immer noch auf: http://www.boocompany.com.Und das ist auch gut so.
In unserem Wort zum Jahresanfang mit Glaubensbekenntnis im letzten Newsletter kündigten wir für 2007 viele Neuerungen an. Es hat sich bewahrheitet: Die Schlechten werden staatlich verordnet und die Guten machen wir selbst.
Wir wollten neue Produkte herausbringen (das wird zum 01. Oktober passieren und bleibt vorerst geheim)
Wir werden einen neuen, vorerst zusätzlichen, Standort eröffnen (es werden sogar zwei neue Standorte).
Wir werden unser Leben weiter in vollen Zügen (nicht wörtlich gemeint) genießen. (hier haben wir noch zu tun)
Weiterhin Gültigkeit haben unsere 9 Gebote (in Klammern der Verweis zu den antiquierten 10 Geboten):
1. Wir werden anbeten, wen, wie oder was wir wollen und sei es die volle Flasche Jack Daniels. (1. und 2. Gebot)
2. Wir werden auch Sonntags für Geld oder weil es uns gefällt arbeiten. (3. Gebot)
3. Wir werden uns weiter anmaßen bestimmte Menschen zu mögen und andere wieder nicht. (4. Gebot)
4. Wir werden weiterhin keinesfalls auch die andere Backe hinhalten sondern sofort doppelt so hart zurückschlagen. (5. Gebot)
5. Wir werden begehren, was, wen und wann wir wollen. (6. und 9. und 10. Gebot)
6. Wir werden käuflich bleiben und weiter stolz darauf sein. (7. und 8. Gebot)
7. Wir werden mit unserem gesunden Selbstverständnis immer noch arrogant erscheinen und das wird uns immer noch egal sein.
8. Wir werden weiter wütend wider Windmühlen kämpfen, wenn wir glauben, dass es richtig und wichtig ist.
9. Wir werden weiter Rum trinken, auch wenn der Zuckerprodukte-Genuss in Gaststätten untersagt wird.
Amen, Quatsch: Prost.
Armes Deutschland. Am 20. April wurde in Hamburg (direkt vor dem BONOBO'S) das Kreuzfahrtschiff AidaDiva getauft. Es wurde eine irre Lichtshow und ein Riesenereignis. Aber wie so üblich konnten die intellektuellen Schmierfinken nicht ihre Finger von diesem Ereignis lassen. Aufgrund des 20. Aprils (Führergeburtstag vor ewiger Zeit) und der gigantischen Lichtinstallation wurden sofort Verbindungen mit den Lichtdomen von Albert Speer und Leni Riefenstahl hergestellt. Hier nur ein Auszug aus dem Hamburger Abendblatt: "Das Datum ist Zufall, niemand wird sich etwas dabei gedacht haben. Aber wenn sich morgen ein Kranz gigantischer Scheinwerferkegel in die Weite des Hamburger Nachthimmels wölbt, wenn mächtige Strahlenbündel, die in ihrer Ästhetik an die Lichtdome des NS-Architekten Albert Speer erinnern könnten, das Kreuzfahrtschiff, dessen Taufe in den nächsten Tagen gefeiert werden soll, fast spielzeugklein erscheinen lassen, dann werden sich an diesem 20. April ganz unwillkürlich Assoziationen einstellen. Denn dieses Datum hat seine Unschuld verloren, im öffentlichen Bewusstsein bleibt es der Geburtstag des Diktators, denn nach dem Ende des "Tausendjährigen Reichs" sind nicht 1000, sondern nur knapp 62 Jahre vergangen - ein Wimpernschlag der Geschichte."
Wie krank müssen diese Leute sein, um eine Schiffstaufe im Hambuger Hafen mit so etwas zu verbinden. Effekthascherei, Geltungsbedürfnis und geistige Inkompatibilität zur heutigen Zeit müssen die Gründe sein. Ja, wir werden ihnen folgen und demnächst vor den Redaktionen der großen Pressehäuser niederknien, unsere mit Dornen gespickten Peitschen auspacken, uns dem Flagellantentum durch Selbstauspeitschung hingeben und dabei Verse skandieren, die unsere ewige Schuld und Sühne in die weite Welt tragen werden. Diese geistigen Dünnbrettbohrer haben ab sofort Lokalverbot in unserer Bar. Wir haben es nicht nötig, uns mit diesen Pseudo-Intellektuellen abzugeben (siehe hierzu auch unser 3. Gebot weiter oben), die, um ein paar Zeilen zu verkaufen, in allem eine Verbindung zu den Nazis herstellen wollen. Klar haben auch Nazis bei uns Lokalverbot, genauso wie andere Leute, die wir nicht mögen. Wir sind zwar käuflich, gehen bei unsere Kunden auch anschaffen und werden dafür nach Stunden bezahlt, aber diese Nazi-Stories-affinen Schreiberlinge toppen das. Wenn wir mal soweit sinken werden, dann möge Thor uns mit seinem Hammer zerquetschen. Zwischenzeitlich kann er sich ja an den Hundertschaften der Jammer-Schreiberlinge gütlich tun.
Und wenn wir jetzt schon mal bei diesen Themen sind: Wir Raucher werden demnächst alle ein gesticktes R auf der linken Brust tragen müssen, damit Nichtraucher nicht durch unsere orale Ausdünstung krank werden. In einer Gesellschaft, in der jeder für sein Alter vorsorgen soll und in der dann der Sparerfreibetrag halbiert wird, ist auch das ein reales Szenario. Ich werde das R mit Stolz tragen. Danach folgt dann das Ü für Übergewichtige, das L für leberkranke Alkoholtrinker, das P für Paprika-Esser und das S für Schokoladensüchtige. Alle Buchstaben nebeneinander genäht ergeben unseren Kommentar hier am Tresen dazu.
Zu nächtlicher Stunde am Tresen kam die neuste verbale Entgleisung des Wirtschaftministeriums vom 05.04.07 auf den Tisch: "Ressortabstimmung zur Anreizregulierungsverordnung eingeleitet. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat die Ressortabstimmung zur Verordnung über die Anreizregulierung der Energieversorgungsnetze (Anreizregulierungsverordnung) eingeleitet."
Schallendes Gelächter am Tresen und schon flogen die Kommentare über die Gläser: "Sitzen die da jetzt in Berlin zusammen und diskutieren, wie scharf ein Stromnetz sein darf???", "Hey, Baby, mach Dich nackich, ich verspüre die Notwendigkeit der Anreizregulierung.", "Erst das Rauchen, jetzt regulieren sie auch noch die Anreize....", "Darf der Stromableser jetzt keine Strapse mehr tragen, weil das gegen die Anreizregulierungsverordnung ist?", "Du sexy gelbes Stromnetz, Du machst mich total heiss mit Deinen Anreizen".
Wir hatten ja schon beim letzten Mal in den Tiefen unserer Bibliothek gekramt und ein englisches Rum-Lexikon aufgetan. Um den Inhalt und die Feinheit der englischen Sprache hier nicht zu verfremden, haben wir das Original zitiert. Nachdem wir im letzten Newsletter gelernt haben, was "tot", "sip", "gulp" und "sandy bottom" bedeuten (der geneigte Leser und Trinker erinnert sich: 3 ‘wets’ (a tiny, tiny sip) equaled 1 sip. 3 sips equaled one gulp. 3 gulps equaled one tot), heute nun die Erklärung zum "Grog":
Grog - This most traditional of all rum drinks is a rich part of the early history of Pusser's Rum. There was an Admiral by the name of Vernon who was the hero of the Battle of Porto Bello and the Commander-in-Chief, West Indies Station, the prime area for Spanish trade in the Caribbean. He had selected Porto Bello for attack because he learned that a large assignment of gold and silver had been sent there from Panama. The remarkable sequel, which followed the town’s capture, was Vernon’s decision that all public money found was to be divided fairly as prize money among those British crews which took part in the engagement. This was a brave step, in defiance of the regulations, but general delight at home in England over the victory caused it to be overlooked. No act could have done more to win the sailors' hearts that on most occasions received nothing. The men had affectionately nicknamed Vernon Old Grog on account of the old grogram cloak (a rough hewn fabric of mohair and silk) that he often wore when the weather was bad.
In Vernon’s time, the men received one-half pint of rum a day which they drank neat, that is without water. Thus there was a lot of drunkenness and disobedience on board for which many of the men were brutally disciplined. He was much concerned with what he called, “the swinish vice of drunkenness”. He believed that if the rum was diluted with water that its effects on the senses would be reduced – even though the men were to receive the same amount of rum. Thus Admiral Vernon issued his infamous Order to Captains No. 349 on August 21, 1740. His order refers to the "unanimous opinion of both Captains and Surgeons that the pernicious custom of the seaman drinking their allowance of rum in drams, and often at once, is attended with many fatal effects to their morals as well as their health ... besides the ill consequences of stupifying their rational qualities ... You are hereby required and directed ... that the respective daily allowance ... be every day mixed with the proportion of a quart of water to a half pint of rum, to be mixed in a scuttled butt kept for that purpose, and to be done upon the deck, and in the presence of the Lieutenant of the Watch who is to take particular care to see that the men are not defrauded in having their full allowance of rum... and let those that are good husbanders receive extra lime juice and sugar that it be made more palatable to them."
The men were incensed that he should have ordered that their rum be diluted, and named it contemptuously grog from the name they had given him. Thus real grog is Pusser’s Rum with water, limejuice and brown cane sugar. Unwittingly, Venon had created the world's first cocktail - grog! Alles klar? Prost!
Und wieder rührten wir rührselig rezitierend im rauchigen Rum rücksichtsvoll richtig rum.
Wie so häufig, klang auch dieser Tresenabend damit aus, dass die Tresenmannschaft die paar Meter bis anne Elbe runterwanderte. Ein kleines Flens inne Hand, ein wahrhaft munteres Wikinger-Liedchen über Thor, Odin und Walhalla auf den Lippen. Dann, genau dann, wenn der Schritt am Ufer der Elbe verharrt, der Oberkörper sich lässig auf das Geländer stützt, das vertraute Plopp des Flensburger Heldengebräus erklingt, ja, dann ist es wieder da, das Gefühl, dass alles gut ist. UNS KRIEGEN DIE NICHT.
Soviel vom Team der allerbesten Tresenschlampen aus St. Pauli. Es tut uns nichts leid. Gar nichts. Niemals. Wir pfeifen immer noch auf die Probleme der Welt, wie Weltfrieden, Klimawandel, steigende Prozessorleistung und Microsoft Mista. Bei uns ist wahrer Frieden am Tresen, St. Pauli ist Spitzenreiter und wird bestimmt aufsteigen, das Klima ist angenehm, die Zapfgeschwindigkeit braucht kein Tempolimit, auf unserer Brust prangen die eingestickten Buchstaben R.Ü.L.P.S. und unsere Aschenbecher werden hier noch stehen, wenn die Asche der Pseudo-Gesundheitsapostel bereits in alle Winde verstreut wurde.
Wir arbeiten mittenmang in Hamburg St. Pauli, direkt anne Elbe und am Pinnasberg, ein paar Hundert Meter von Reeperbahn, Kleine und Große Freiheit, Silbersack-, David- und Herbertstraße entfernt. Und allen Glücklichen hinter und vor dem Tresen geht dieses angenehme Selbstverständnis süffig wie ein echter Pusser's Painkiller locker, lasziv und langsam die Kehle runter. Begrabt unsere Herzen an der Biegung der Theke. Und nebenbei: WIR werden nicht wiedergeboren, weil, wir hatten hier schon alles, was man haben kann: Uns.
In diesem Sinne, das war's erstmal aus dem BONOBO'S. Wann wieder Thekengespräch ist, wissen wir nicht, melden uns aber dazu nochmal. Immer die bekannte eine Fingerbreit Wasser unterm Kiel und eine großzügige Handbreit Jack Daniel's im Glas wünscht das Tresenschlampen-Team vom BONOBO'S.
Und ansonsten:
BONOBO'S Termine:
Sommer 2007: Ostsee
In 2008: 3. CeBIT Hausmesse im Lieb ich 5, Liebigstr.5 in Hannover, nur für geladene Gäste
MERKET AUF: Das BONOBO'S ist nur nach Vereinbarung und zu besonderen Anlässen geöffnet. Und was besondere Anlässe sind, das entscheiden wir. Mehr Info unter http://www.bonobos.info in der Rubrik "Öffnungszeiten".
Für gute Bekannte öffnen wir immer gerne. Kurzer Anruf genügt.
Gruß vom Fischmarkt im Sonnenschein.
Für das Team vom BONOBO'S.
Dirk Noellen