BONOBO'S Newsletter 38
Moin -
Es ist wieder Zeit. Der letzte Newsletter war vom 2. August und war ziemlich lang. Dieser ist kürzer.
!!! Hinweis: Das Telekommunikations-Thekengespräch ist zurück aus der Sommerpause. Das nächste Thekengespräch findet morgen, wie gewohnt am ersten Donnerstag im Monat, dem 06.09.07, statt !!!
BONOBO'S News:
- keine -
AUS DEM LEBEN:
Das pralle und desolate Leben: Lanu und ihre Sentinels mit ihren exitorientierten Unternehmensmeldungen. Das ist besser als Apfelkuchen mit Streusel. Das ist noch die Schlagsahne obenauf. Oder Schlagobers, wie Falco singen würde, wenn er noch hier wäre und nicht im Schneehimmel. Für alle die das und noch viel mehr wissen wollen: Lanu und ihre Sentinels rocken ihren Amadeus immer noch auf: http://www.boocompany.com.Und das ist auch gut so.
Aus Nostalgie hier ein neuer Begriff aus unserem Rum-Lexikon (diesmal keine Begriffe wie "tot", "sip", "gulp" oder "sandy bottom":
"Black Tot Day"
July 31st, 1970, when the last "tot was drawn in the fleet around the globe; a rather touchy subject with the old and bold!" Black Tot Day was officially the last day that Pusser's Rum was issued on board ships in the Royal Navy.
Selbstverständlich haben wir am 31.07. einen Trauerflor um den Hals unser Pusser's Rumflasche gehängt. Und wieder rührten wir richtig rührselig rezitierend im rauchigen Rum rücksichtsvoll richtig rechts rum.
Nun ein kleiner Bericht von unserem neuen Tresen in Süssau. Der Tresen ist 20m lang und besteht aus dem Deckbalken der Reling der Strandpromenade in Süssau. Sinnigerweise stehen die Tresenschlampen dort mit den Gästen vor dem Tresen, ansonsten würden sie in den Sand plumpsen und ins Wasser rollen.
Heute Nacht war wieder eine Süssau-Nacht. Der Blick vom Tresen auf's Wasser ging von Backbord querab (Großenbrode) über 5 Dez an Backbord (Leuchtfeuer Staberhuk auf Fehmarn) über recht voraus (Leuchtfeuer Boltenhagen) nach 1 Strich vorlicher als Steuerbord querab (Leuchtfeuer Dahme). Über und nicht auf der Fehmarn-Sund-Brücke stand der Große Wagen mit Reiterlein usw. Die Milchstrasse zog sich von achterlich der Strand-Galerie bis nach vorlich. Der Mond wanderte langsam von einem Dez an Backbord nach recht voraus. Auf dem Behelfs-Tresen Süssau tummelte sich eine Flasche Pusser's Rum und eine Flasche Cola. Die Ostsee roch nach Tang und Salz und die Cola schmeckte kräftig und würzig nach Rum. Die wenigen Sitzplätze waren verwaist und nur der Chef de Cuisine de Rum war anwesend.
Mal ein paar Worte in eigener Sache. Wir wurden angesprochen, dass wir vielleicht nicht so selbstgefällig sein sollten. Das wir teilweise nur Neid auslösen würden und dies unseren Zielen nicht förderlich sein könnte. Dazu sei ein Kommentar gestattet: Was wir tun, haben wir uns erarbeitet. Jeder von uns auf seine Art. Jeder kann das tun, was wir tun. Aber nicht jeder macht es. Das ist aber nicht unser Problem. Wenn wir nachts an der Ostsee am Behelfstresen sitzen, dann können wir das, weil wir es machen. Wer sagt, er könne es nicht, der will es nur nicht tun, weil er oder sie anscheinend etwas Wichtigeres zu tun hat, wie daheim über sein oder ihr verkorkstes Leben zu jammern und dem Partner oder Freunden gehörig auf den Senkel zu gehen. Wir wählen dann lieber die Ostsee anne Strand-Galerie oder die Elbe anne Bar. Wir müssen jetzt hier nicht so Sprüche, wie "Don't dream your life, live your dream" oder so zitieren. Aber wer die dicken Tränen der deutschen Jammergesellschaft weint, der ordnet sich eben dort ein, wo vor lauter Jammern am laufenden Band die Chancen zum Glücklichsein ungenutzt vorbeiziehen. Und dann bekommen wir noch zu hören, ja, dass könne man nur machen, wenn man in einer kleinen Firma arbeitet. Das stimmt. Aber erstaunlicherweise hat sich noch keiner dieser Jammerlappen bei uns beworben. So eine kleine Firma biete ja nicht die soziale Sicherung eines Großunternehmens und diese Arbeit mal hier mal dort - unter ständigem Handtaschen-Wedeln - sei ja nicht wirklich erstrebenswert. Richtig. Wir brauchen keine Sicherheitsnetz-Fanatiker und Nach-dem-Staat-Schreier. Wir müssen uns immer wieder selbst helfen, weil es sonst vielleicht keiner tut. Und deshalb tun wir das auch. Wenn das selbstgefällig ist: JA!, verdammt nochmal, dann gefallen wir uns selbst.
Vielleicht passt das nicht alles nicht in die aktuelle Gesellschaft und die Wertediskussion. Ursula van der Leyen (ja, die Ministerin) hat vor kurzem eine "Werte-Kommission" unter Einbeziehung sämtlicher Religionszugehörigkeiten ins Leben gerufen. Was sie vergessen hat, ist einen nichtreligiösen Vertreter zu benennen. Und das in unserem Staat, der ja angeblich Religion und Staat trennt. Nur noch wenige Jahre und wir werden wieder die Schöpfungsgeschichte als Ergänzung der Darwin'schen Evolutionstheorie in den Schulen lehren (schon immer schwappte alles aus Amiland mit Verzögerung zu uns). Und dann, ja dann, können wir wieder alle unsere kleinen Büßergewänder anziehen, weil es wieder schick und "wertig" ist, sich zu seinen Sünden zu bekennen und öffentlich um pauschale Vergebung zu bitten. Auf das der Verkauf der Flagellanten-Peitschen in den Heuchelscheunen aller Religionen wieder boomt. Es werden - wie gehabt - Heerscharen von Mea-Culpa-Jüngern durch die Strassen ziehen. Wir sind gespannt, welche Bücher bei ebay und Amazon durch die Rasterfahndung fallen und später brennen müssen. Oder vielleicht werden auch nur ein paar Atheisten, Ignostiker oder Agnostiker aufgrund von Online-Überwachungsberichten gesteinigt, weil kein oder nur ein Vielleicht-Glaube schlimmer ist als der falsche Heiland oder Prophet. Lasset uns niederknien und um Vergebung unserer Sünden flehen. Und weil wir Berater sind und gute Ideen haben, werden wir Hugo Boss vorschlagen, die neuen Business-Anzüge im Kniebereich mit Kevlar zu verstärken. Das deutsche Management kann dann nicht nur vor den Shareholdern auf den Knien rutschen, sondern gleich für die vom Klerus auferlegte Bußrunde auf den Knien bleiben.
Dazu passt auch ein jüngst erschienenes Buch aus dem Verlag Gerth Medien. Es lautet "Mit Gott auf Schalke". Und es geht nicht um den Glauben an die Meisterschaft. Vielmehr geben Fussball-Profis vom FC Schalke 04 ganz intime Einblicke in ihr Glaubensleben. Mit dabei sind der Kapitän Marcelo Bordon, der Nationalspieler Kevin Kuranyi und der Brasilianer Rafinha. S04-Präsident Schnusenberg schreibt in seinem Vorwort: „Hier erzählen Spieler von ihrem Glauben. Sie wollen uns alle einladen, über den eigenen Weg mit Gott nachzudenken.” Vielen Dank für die Einladung, aber wir sitzen lieber inne Bar oder annem Strand.
Wir in der Bar und am Strand sind sowieso abgesichert. Wir haben gleich zwei Vorbilder: Einerseits die Epikureer mit ihrem "Ede, bibe, lude (post mortem nulla voluptas)", das ist lateinisch ("iß, trink, spiele (nach dem Tod gibt's kein Vergnügen mehr)"), und andererseits die Aussicht auf die Berater-Walhalla, wo wir uns an gar schmackhaften Speisen und Getränken und gar liebreizenden und gebildeten Hetären laben dürfen. Mit diesem Aussichten im Gewissens-Säckel verbrachten Häuptling, Wikinger-Gefolgsleute und auf Beutezügen erraubte und nur leicht beschürzte Sklaven und Sklavinnen einen netten Abend und liessen in ihrer kleinen irdischen Walhalla die wikingerischen Gesänge erklingen. Hosiana. 'lujah,..., 'lujah sog I.
Diesmal klang der Tresenabend damit aus, dass die Tresenmannschaft samt Gästen die paar Meter bis anne Ostsee an den Behelfstresen runterwanderte. Einen kleinen Rum inne Hand, Gesicht gen Osten zum Sonnenaufgang, und ein wahrhaft munteres Wikinger-Liedchen über Thor, Odin und Walhalla auf den Lippen. Dann, genau dann, wenn der Schritt am Ufer der Ostsee verharrt, der Oberkörper sich lässig auf den Behelfstresen stützt, das vertraute Quietschen des Korkens der Rumflsche erklingt, ja, dann ist es wieder da, das Gefühl, dass alles gut ist. UNS KRIEGEN DIE NICHT.
Soviel vom Team der allerbesten Tresenschlampen aus St. Pauli und der Strandpiraten und Piratenbräute aus Süssau. Es tut uns nichts leid. Gar nichts. Niemals. Wir pfeifen immer noch auf die Probleme der Welt, wie Weltfrieden, Klimawandel, Werte-Kommissionen und Microsoft Mista. Bei uns ist wahrer Frieden an allen Tresen, St. Pauli ist zweitklassig, das Klima ist angenehm, die Zapfgeschwindigkeit braucht kein Tempolimit und unsere Aschenbecher werden hier noch stehen, wenn die Asche der Pseudo-Gesundheitsapostel bereits in alle Winde verstreut wurde. Hallelujah.
Wir arbeiten mittenmang in Hamburg St. Pauli, direkt anne Elbe und am Pinnasberg, ein paar Hundert Meter von Reeperbahn, Kleine und Große Freiheit, Pinnasberg, Silbersack-, David- und Herbertstraße entfernt. Wir arbeiten auch am Strand der Ostsee, umgeben vom Gelächter der Lachmöwen, dem würzigen Geruch des Seetangs und dem Rauschen des Meeres. Und allen Glücklichen hinter und vor dem Tresen geht dieses angenehme Selbstverständnis süffig wie ein echter Pusser's Painkiller locker, lasziv und langsam die Kehle runter. Begrabt unsere Herzen an der Biegung der Theke.
In diesem Sinne, das war's erstmal aus dem BONOBO'S. Das nächste Thekengespräch ist am 6. September 2007. Immer die bekannte eine Fingerbreit Wasser unterm Kiel und eine großzügige Handbreit Jack Daniel's im Glas wünscht das Tresenschlampen-Strandpiraten-Team vom BONOBO'S.
Und ansonsten:
BONOBO'S Termine:
06.09.07: 47. Telekommunikations-Thekengespräch
05.03.08: 3. CeBIT Hausmesse im Lieb ich 5, Liebigstr.5 in Hannover, nur für geladene Gäste
MERKET AUF: Das BONOBO'S ist nur nach Vereinbarung und zu besonderen Anlässen geöffnet. Und was besondere Anlässe sind, das entscheiden wir. Mehr Info unter http://www.bonobos.info in der Rubrik "Öffnungszeiten".
Für gute Bekannte öffnen wir immer gerne. Kurzer Anruf genügt.
Gruß vom Fischmarkt und vom Ostseestrand bei sternenklarer Nacht usw...
Für das Team vom BONOBO'S.
Dirk Noellen